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Am 18. September 1950 wurde im Protokollbuch Nr. 1 des Spielmannszuges der Kolpingsfamilie Olfen folgender Eintrag aufgenommen:

In der heutigen Generalversammlung der Kolpingsfamilie Olfen wurde unter Punkt "Verschiedenes"   u a. ein von Paul Pohlmann vor einigen Wochen ein gebrachter Antrag behandelt ,,Betr.: Aufstellung eines Spielmannszuges". 

  

 

Der Antrag wurde von Josef Wilming und Bernhard Hagen unterstützt. Nachdem Einigung darüber erzielt wurde, dass im Falle einer Gründung und Aufstellung eines Spielmannszuges der Reinertrag eines in diesem Winter von der KF aufzuführenden Theaterstückes dem Spielmannzug zur Verfügung gestellt werden sollte, schlug B. Hagen vor, dass alle Interessenten sich um Mittwoch, 20. September 1950, im Vereinsheim Schulte-Merten versammeln möchten. Der stellv. Senior der KF, Ludwig Bünder, beauftragte B. Hagen mit der vorläufigen Leitung.

 

So kamen am 20. September 1950 in der heutigen Gaststätte ,,Kaiserhof" 24 Kolpingbrüder zu einer Besprechung über die Gründung eines Spielmannszuges zusammen und nahmen eine vorläufige Einteilung der Interessenten in Trommler und Flötisten vor. Zunächst wurde der Samstag als Übungsabend gewählt (ab 1953 wurde freitags geprobt).

 

Beim ersten Übungsabend am 23. September 1950 begannen die Trommler unter Leitung von August Schlierkamp mit Schlagübungen auf Tischen. Fast alle Flötisten konnten sich von irgendwoher Flöten leihen und gaben unter Leitung von Bernhard Hagen die ersten Töne von sich.

 

Nach einigen Übungsabenden bildete sich der ,,harte Kern" und so nahmen an der Gründungsversammlung und zugleich ,,1. Generalversammlung des Spielmannszuges" am 14. Oktober 1950 folgende Spielkameraden teil: Josef Bonberg, Fritz Ensberg, Hubert Hagen, Rudi Kunsleben, Hans Bruns, August Schämann, Walter Grothues, Josef Hagen, Ernst Prott, Albert Wilming, Erich Ensberg, Bernhard Hagen, Heinrich Kämper, Paul Pohlmann, Josef Wilming.

 

Diese 15 Spielleute verpflichteten sich auf die ,,Satzung des Spielmannszuges der Kolpingsfamilie Olfen" und vollzogen so die offizielle Gründung. Ferdi Ahland und Heinrich Wilde, die an der Versammlung verhindert waren, verpflichteten sich am 21. Oktober 1950. So folgten noch am 28. Oktober Alois Hülswitt und am 30. Dezember Albert Schräder.

 

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 Bernhard Hagen sen. im Jahr 2000

 

Im Jahr 1951 vervollständigten Hugo Heitkamp (10. Februar) und Karl-Heinz König (3. März) die Reihen. Als Beitrag wurde von jedem Mitglied DM 1,- an jedem Übungsabend gezahlt, um so einen finanziellen Grundstock aufzubauen, an dem sich auch der damalige Vereinswirt und 1. Ehrenmitglied, Ludwig Merten sen., beteiligte.

 Nachdem August Schlierkamp und Emil Platzek als Ausbilder gewonnen werden konnten, wurde nun intensiv geprobt. In den ersten Jahren wurde neben dem umfangreichen Marschrepertoire der Grundstein für die große musikalische Vielfalt des Spielmannszuges gelegt. So wurden neben Märsche auch anspruchsvolle Konzertmärsche, Walzer, Polkas, Musical-Ausschnitte, Volkslieder und Schlager einstudiert.

Bevor es richtig "ernst" wurde und der Spielmannszug auf der Straße spielte, trat der SZ anlässlich der Karnevalsfeier der Kolpingsfamilie im Saale Schulte-Merten auf. Der erste Auftritt vor einem breiten Publikum erfolgte dann am 4. Februar 1951 (Karnevalssonntag). Die dabei getragene erste Uniform bestand aus blauen Arbeiterleinenjacken die aufwendig mit rotem Stoff und blitzenden Messingknöpfen versehen wurden.

 

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Fehlen durften natürlich auch nicht die charakteristischen rot-weißen Schwalbennestern an den Schultern. Die Uniform wurde später mit weißen Hosen, blauen und weißen Mützen vervollständigt. 1952 kamen dann die ersten richtigen Tuchjacken zum Einsatz. Diese wurden durch eigene Mittel, aber auch durch viele Freunde und Gönner finanziert.

Schon nach kurzer Zeit war der Spielmannszug bei vielen Veranstaltungen in Nah und Fern eine Bereicherung und konnte durch sein exaktes Auftreten überzeugen. Neben den klassischen Auftritten, wie Volks- und Schützenfeste, Karneval, Jubiläumsveranstaltungen, Biwaks usw. nahm der SZ bis Anfang der 60er Jahre auch an Wettstreite teil, wobei am 19. Mai 1957 der Spielmannszug den bisher einzigen Wettstreit in seiner Vereinsgeschichte veranstaltete.

Am 11. Januar 1953 wurde eine Veranstaltung aus der Taufe gehoben, und zwar: ,,Schlag auf Schlag". Dieser beliebte ,,Bunte Abend" wird seitdem alle zwei Jahre in eigener Regie durchgeführt

 

 

Der Spielmannszug der KF Olfen nahm seit seiner Gründung eine stete Entwicklung und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung, was nicht zuletzt Bernhard Hagen sen. zu verdanken war. Nach 25 Jahren waren noch einige Gründer aktiv. Und es traten zahlreiche Nachwuchsspielleute dem SZ bei, so dass der Verein zum Jubiläum 33 Mitglieder zählte.

Das Jubiläum wurde gemeinsam mit der Olfener Bevölkerung im September 1975 an drei Tagen gebührend gefeiert.

Nach Ablauf des ersten Viertel-Jahrhunderts seit seiner Gründung hatte sich der Spielmannszug natürlich in Olfen und Umgebung etabliert. Der Terminplan war jährlich gut gefüllt und zahlreiche Nachwuchsmitglieder sorgten für Belebung und frischen Wind.

Ende der 70er Jahre vollzog sich dann zwangsläufig ein Generationswechsel. Glücklicherweise gingen die ,,Alten" nicht alle gleichzeitig von Bord, so dass ein fließender Übergang auch in den Führungspositionen erfolgte. Auf der Generalversammlung am 12.10.79 gab Bernhard Hagen sen. den Taktstock an seinen Sohn Bernd ab, der zum 1. Vorsitzenden und musikalischen Leiter gewählt wurde. im Laufe der nächsten Jahre zogen sich dann die Gründer und älteren Spielkameraden aus dem aktiven Verein zurück, standen aber bei Bedarf jederzeit zur Verfügung. Hier sei besonders an den Festumzug anlässlich der 1100 Jahr-Feier der Stadt Olfen erinnert, als zusätzlich zu den Aktiven ein Spielmannszug mit 18 ehemaligen Spielleuten auftrat. Auch heute noch sind ,,die Alten" zu besonderen Anlässen gern gesehene Mitstreiter. Nach wie vor trägt vor allem Bernhard Hagen sen. durch Arrangements von Musikstücken wie das Armee-Marsch-Potpourri zur musikalischen Weiterentwicklung des Spielmannszuges bei.

Bei den Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des 30 bzw. 40jährigen Bestehens wurde den Olfenern und auswärtigen Gästen jeweils ein musikalischer Leckerbissen geboten. Die als Frühschoppen-Konzerte durchgeführten Feiern gestalteten zwei britische Militärorchester, die dabei eindringlich demonstrierten, dass nicht nur Marschmusik in ihren Repertoires enthalten ist.

Das in eigener Regie durchgeführte Fest ,,Schlag auf Schlag" blieb natürlich in zweijährigem Rhythmus ein fester Bestandteil im Olfener Veranstaltungskalender. Hier ging der Spielmannszug als erster Verein neue Wege und holte die bis dahin nur von Polterabenden bekannte Band ,,Valentino" 1985 erstmals als Mitwirkende in das Programm. Nachdem 40 Jahre die Veranstaltung im Saale ,,Schulte-Merten" bzw. ,,Alter Kaiserhof" stattgefunden hatte, wechselte der Spielmannszug in die neu errichtete Stadthalle, wo seit dem 18.01.1992 nun die Show bereits zum fünften Mal über die Bühne geht.

 

(Bild sSchlag auf Schlag damals 2)

 

Aufgrund des attraktiven Programms mit einem Mix aus Formationsmärschen, Konzertstücken und humoristischen Einlagen sowie der guten Tanzmusik findet ,,Schlag auf Schlag" stets vor einem begeisterten Publikum im ,proppenvollen" Saal statt.

 

Trotz großen Engagements der Spielleute ging es in den letzten 25 Jahren nicht nur aufwärts. Bedingt durch Wohnungswechsel, berufliche Veränderungen und fehlenden Nachwuchs wurden die Reihen des Spielmannszuges ausgedünnt, so dass man sich der Marke von 20 Aktiven näherte. Diese negative Entwicklung erforderte neue Maßnahmen, um das weitere Bestehen zu sichern. Auf der Generalversammlung am 20.11.1992 wurde durch Satzungsänderung eine neue Vorstandsstruktur beschlossen, die sich bis heute bewährt hat und auch personell so besetzt blieb. Das bisher von Bernd Hagen wahrgenommene Amt des 1. Vorsitzenden u. musikalischen Leiters wurde aufgeteilt (1. Vors. Norbert Heinrichs, musikal. Leiter Bernd Hagen), gleichzeitig wurde der Geschäftsführer in Personalunion 2. Vorsitzender (Alois Pieper). Der Kassierer (Michael Fischer) komplettiert den auf 4 Personen verkleinerten Vorstand. Im Jahr 1998 wurde der Vorstand noch durch einen Jugendsprecher (Markus Schäpers) ergänzt.

Auch bei der Nachwuchs-Werbung wurde über Alternativen nachgedacht. Weil die Jugendlichen nicht zum Spielmannszug kamen, ging der Spielmannszug zu den Jugendlichen und bot in der Gesamtschule Olfen 1993 die ,,AG Spielmannszug" an. Da zur Unterrichtszeit die aktiven Spielleute aus beruflichen Gründen unabkömmlich waren, sprangen ,,die Alten in die Bresche" und vermittelten wöchentlich die Grundkenntnisse im Trommel- und Flötenspiel. An dieser Stelle sei den ehemaligen Spielkameraden Bernhard Hagen sen., Heinz Kötter und Karl-Heinz König herzlich gedankt für ihren Einsatz, der dem Spielmannszug den ersten Zulauf an interessierten Jugendlichen nach längerer Zeit brachte.

Die konsequente Jugendarbeit trug weiterhin gute Früchte und um dem Nachwuchs entsprechende Übungsräume anzubieten wurde mit Herrn Pfarrer Müller die Möglichkeiten eines Wechsels vom Vereinslokal ,,Zum alten Kaiserhof" in das Leohaus erörtert, dem auch der Kirchenvorstand zustimmte. Nach Ende der Umbaumaßnahmen erfolgte dann im Mai 1997 der Umzug in die neuen Räumlichkeiten. In Eigenarbeit wurde im Keller des Leohauses ein großer Instrumentenschrank eingebaut, der unter dem Dach zur Verfügung gestellte Raum dient zur Lagerung von Uniformen und die Gesamtprobe findet freitags im großen Saal statt. Nach wie vor ist das Interesse von Jugendlichen erfreulich groß, so dass der Spielmannszug am Karnevalssonntag 1999 mit 15 Spielleuten unter 18 Jahren und einer Gesamtstärke von 40 Mann auftreten konnte.

Neben den zahlreichen musikalischen Auftritten engagiert sich der Spielmannszug auch im sozialen Bereich. So wurde nach einer dreitägigen Veranstaltung bei der Firma DIXI in Lüdinghausen aus dem Erlös eine Spende von DM 7.500 an die Kinderkrebsstation der Kinderklinik in Datteln überreicht. Auch erklärten sich die Spielleute nach der Erdbebenkatastrophe in der Türkei spontan bereit, einen Teil der Gage des Kaiserschießens in Olfen zu spenden. Im September 1999 übergab der Vorstand einen Scheck von DM 600 an den Caritasverband Münster. Des weiteren wirkt der Verein bei gemeinnützigen Veranstaltungen wie z. B. Pfarrfamilienfeste gerne mit.