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Viele Facetten des Spielmannszugs

Musiker begeistern mit Ihrem Auftritten beim Abend "Schlag auf Schlag"

Schon die ersten Formationen lösten Jubelrufe aus. Doch auf seinem Konzert „Schlag auf Schlag“ in der Stadthalle zeigte der Spielmannszug Olfen, dass er noch mehr kann, als nur Marschmusik.

Dass ein Konzert des Spielmannszugs (SZ) immer ein Höhepunkt ist, zeigten die vielen Gäste, die gekommen waren. Auch Karl-Heinz König, seit 66 Jahren Mitglied im SZ, konnte Hermann Pieper, 1. Vorsitzender, begrüßen. Er machte es spannend, als er davon sprach, dass neue Facetten des SZ zu sehen sein werden. „Sie werden den Spielmannszug nicht wiedererkennen“, kündigte Mirko Deichsel an, der durch das Programm führte. 

 

Die schönsten Bäuche

Das war nicht übertrieben, denn in Unterhemd, Jeans und mit Cowboyhut boten die Musiker ein ungewohntes Bild. Lässig, mit übergeschlagenen Beinen hingen sie auf den Stühlen ab. Mit Cowboyhut Flöten, Drums, Gitarren, Bass und Gesang zeigten sie als „The marching Cowboys“ eine ganz neue musikalische Seite.

Elchkopf, Bierkisten, ein selbst gebautes Banjo und eine Glitterkanone ergänzten den Auftritt. Und der war fetzig, frech und cool. Mit Stücken von AC/DC und The Boss Hoss und auch „Like ice in the sunshine“ von Beagle Music Ltd. brachten sie viel Stimmung in den Saal. Eine Zugabe war natürlich fällig. Schon gleich danach gab es einen Angriff auf die Lachmuskeln.

„Die schönsten Bäuche des Spielmannszugs“, so kündigte Deichsel die Gruppe an, hatte Trainerin Marina Närmann für einen Bauchtanz der besonderen Art zusammengeholt. Unter dem bezeichnenden Titel „Sixpack im Speckmantel“ waren nur der runde, nackte Bauch zu sehen, Kopf und Arme steckten in einem überdimensionalen Hut. Das gab auch viel Raum für Spekulationen. Wem gehört wohl welcher Bauch? Das Publikum war begeistert! Doch auch die Frauen blieben bei ihrem Auftritt unerkannt. Sie zeigten als „silly sacks“ eine lustige Choreographie, die durch die bunten, elastischen Ganzkörpersäcke wirkte.
„Die Frauen haben in den letzten beiden Jahren den Preis für die schönste Fußgruppe gewonnen“, berichtete Deichsel nebenbei. An Kreativität mangelt es den Damen also in keinem Falle. Für einen weiteren Blickfang sorgten die großen Blauen Kittfunken, die ihren neusten Gardetanz zeigten. Diese bunten Showeinlagen sorgten für eine angenehme und gut dosierte Abwechslung zum streng geregelten Auftritt des SZ. Mit exakten Bewegungen und klarem Blick nach vorn begeisterte er das Publikum. Da passt jede Bewegung, jeder Anschlag sitzt.

Markus Schäpers dirigiert seine Männer in jede Richtung. Blind vertrauen sie seinen Anweisungen. Das ist es, was den Spielmannszug ausmacht. Hier kommen sie dem Publikum auch ganz nah. In den Konzertteilen füllte der SZ die gesamte Bühne. Alle Aktiven und auch die „Alten Kameraden“ musizierten gemeinsame Stücke in klassischer Art. In einer anderen Besetzung traten die jungen Mitglieder in den Vordergrund. Unter der Leitung von Konstantin Kötter zeigten sie ihre musikalische Entwicklung der letzten drei Jahre. Und sie können nicht nur Märsche, sondern auch „Smoke on the water“ von Deep Purple oder „Rock around the clock“ von Bill Haley.

 

Trommel-Halter

Für die letztgenannten Stücke brauchten sie allerdings noch Verstärkung für zwei Trommeln. Die holte sich Deichsel mittels „Zufallsgenerator“ von Prinz Ansgar I. Bünder und Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Sie sollten mitspielen, brauchten allerdings nur die Trommeln zu halten. Mit der Tombola und anschließender Partymusik klang das Konzert aus. Das Fazit aller Gäste war überwältigend und überschwänglich,
einfach klasse.

Ante Pflips, Ruhr-Nachrichten 6.02.2017

Bilder aus den Ruhr-Nachrichten von Antje Pflips: